Demokratie im GesprächWebtalks zu den gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung
Expertinnen und Experten referieren zu den gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung.
Diskutieren Sie mit!
Die Reihe findet einmal im Monat an einem Mittwoch statt. Jeweils von 19.00 bis 20.00 Uhr.
Die Veranstaltung findet als Zoom Webinar statt, d.h. Sie werden nicht gesehen und gehört in der Veranstaltung und können sich über den Chat beteiligen.
Der Link für diese Veranstaltungen lautet: https://blz-bayern-de.zoom.us/j/85422673761
Es ist kein zusätzlicher Kenncode nötig, die Teilnehmenden werden vom Warteraum aus in das Webinar aufgenommen.
Die Angebote sind kostenfrei und müssen auch von Ihnen kostenfrei angeboten werden.
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Mittwoch, 21.01.2026 von 19.00 bis 20.00 Uhr
Digitale Souveränität in der EU: Wie kann Europa unabhängiger von den US-amerikanischen Techgiganten werden?
Digitale Dienste durchdringen heute nahezu alle Lebensbereiche – ob beim Suchen, Kommunizieren oder Einkaufen. Doch viele dieser Dienste stammen von wenigen großen US-amerikanischen Konzernen. Diese Abhängigkeit wirft grundlegende Fragen auf: Wie kann Europa seine Werte und wirtschaftliche Unabhängigkeit in einer digitalisierten Welt sichern? Und was bedeutet es eigentlich „digital souverän“ zu sein? Im Webtalk möchten wir mit Ihnen und unseren Expertinnen und Experten über aktuelle politische Initiativen diskutieren, mit denen Europa seine technologische Unabhängigkeit stärken kann.
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Mittwoch, 25.02.2026 von 19.00 bis 20.00 Uhr
Von „Pick-Up-Artists“ bis „Perfect Wife“: Warum das Netz Geschlechterstereotype verstärkt
Pick-Up-Artists, alpha males und Tradwifes – die derzeitigen Trends auf sozialen Medien vermitteln idealisierte Vorstellungen von echter Maskulinität und fürsorglicher Weiblickeit, hinter denen mehr als nur Selbstoptimierung steckt. Viele der Influencer auf TikTok, YouTube und Instagram vermitteln mit den scheinbar unpolitischen Einblicken in ihren Alltag traditionelle Geschlechtervorstellungen sowie patriarchale und frauenfeindliche Weltbilder, die durch ihre enorme Reichweite eine Rolle rückwärts in den Geschlechterbeziehungen in viele Teenagerzimmer tragen. Im Webtalk wollen wir diskutieren, wie strategisch und organisiert die Szene im Netz auftritt und wo es Verbindungen zu antidemokratischem Gedankengut gibt.
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Montag, 25.03.2026 von 19.00 bis 20.00 Uhr
Der internationale Wettlauf um Künstliche Intelligenz: Bleibt die Ökologie auf der Strecke?
Ob Sprachassistent, Bildgenerator oder medizinische Analyse – Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag angekommen. Gleichzeitig tobt ein globaler Wettlauf um technologische Führungspositionen. Staaten und Unternehmen investieren Milliardenbeträge, um bei der Entwicklung von KI ganz vorne mitzuspielen. Doch der technologische Fortschritt hat seinen Preis: Das Training großer KI-Modelle verschlingt enorme Mengen an Energie und Wasser. Gemeinsam wollen wir mit Ihnen und unseren Expertinnen und Experten darüber diskutieren, welche ökologischen Folgen der KI-Boom mit sich bringt und welche politischen Leitplanken es braucht, damit ökologische Fragen im globalen KI-Wettlauf nicht auf der Strecke bleiben.
Es referieren:
Dr. Friederike Rohde, Fachgebiet Technik- und Umweltsoziologie, Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg
Nicolas Alder, Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering gGmbH, Potsdam
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Mittwoch, 22.04.2026 von 19.00 bis 20.00 Uhr
“Level Up” oder “Game Over” bei Fortnite & Co.? Wie Jugendschutz bei Computerspielen besser durchgesetzt werden kann
Digitale Spiele begeistern Menschen aller Altersgruppen – doch wie gelingt ein wirksamer Jugendschutz zwischen Faszination und Verantwortung? Online Gaming verändert sich schnell, ständig kommen neue Spiele, Features und Spielmöglichkeiten hinzu. Darauf muss auch der Jugendschutz reagieren. Die Entscheidung der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), die Altersfreigabe der Spieleplattform „Roblox“ von 12 auf 16 Jahre anzuheben, zeigt, dass der Jugendschutz aktuelle Entwicklungen im Gaming-Segment im Blick hat. Dennoch sehen Eltern, pädagogische Fachkräfte und Jugendschützer weiteren Handlungsbedarf. Gemeinsam diskutieren wir, wo es derzeit Lücken im System gibt und wie gesetzliche Vorgaben und technische Lösungen mit elterlicher Begleitung sinnvoll ineinandergreifen können.
Es referieren:
Dr. Stephan Dreyer, Senior Researcher Medienrecht & Media Governance, Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI), Hamburg
Uwe Engelhard, Ständiger Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden bei der USK – Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, Berlin
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Mittwoch, 20.05.2026 von 19.00 bis 20.00 Uhr
Barrierefreiheit und Inklusion im Netz: Wo stehen wir in Deutschland?
Digitale Teilhabe für alle – ein Anspruch, der in Deutschland rechtlich verankert ist, aber praktisch nicht erreicht wird. Bereits seit 2019 sind öffentliche Stellen zur barrierefreien Gestaltung ihrer Websites und mobilen Anwendungen verpflichtet. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), das Ende Juni 2025 in Kraft tritt, nimmt nun die Wirtschaft in die Pflicht. Es zielt darauf ab, die gleichberechtigte und diskriminierungsfreie Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und älteren Menschen am Wirtschaftsleben zu fördern. Das Gesetz enthält Anforderungen an die Barrierefreiheit von Produkten und Dienstleistungen, einschließlich Websites und Apps, und legt spezifische Vorgaben für die barrierefreie Gestaltung fest. In diesem Webtalk sprechen wir darüber, warum Barrierefreiheit so wichtig ist für gesellschaftliche Teilhabe und analysieren Herausforderungen bei der Umsetzung in Wirtschaft, Verwaltung und Bildung.
Es referieren:
Prof. Dr. Marie Herberger, LLM, Lehrstuhl für Zivilrecht und Recht der Digitalisierung, Universität Bielefeld
Tobias Roppelt, Geschäftsführer von Gehirngerecht Digital, einem Unternehmen, das öffentliche Stellen und Unternehmen dabei unterstützt, ihre digitalen Auftritte und Produkte für alle zugänglich zu machen und ein Internet für alle zu schaffen.
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Mittwoch, 17.06.2026 von 19.00 bis 20.00 Uhr
Zwischen Schutz und Selbstbestimmung: Was sagt die Debatte zum Social-Media-Verbot für Jugendliche über unser Verhältnis zu sozialen Medien aus?
Australien hat es bereits eingeführt, andere Länder planen es – und auch in Deutschland wird über ein Social‑Media‑Verbot für Jugendliche diskutiert. Geht es nur um Schutz vor digitalen Gefahren, oder um mehr? Im Webtalk fragen wir: Was weiß die Forschung wirklich über die Risiken sozialer Medien – für Jugendliche und Erwachsene? Und was verrät die Debatte über unsere gesellschaftlichen Problemdiagnosen und unser Verhältnis zu Plattformen wie Instagram, TikTok oder X – zwischen dem Wunsch nach Sicherheit und dem Recht auf Selbstbestimmung?
Es referieren:
Dr. Claudia Lampert, Senior Researcher Mediensozialisation & Gesundheitskommunikation am Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI) und Mitglied der Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in einer digitalen Welt“ der Bundesregierung
Prof. Dr. Benjamin Krämer, Heisenberg-Professor für Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Mediennutzung und Mediengeschichte, LMU München
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Mittwoch, 23.09.2026 von 19.00 bis 20.00 Uhr
Silver Surfer oder Digital Outsider? Ältere Menschen und digitale Teilhabe
Digitale Angebote sind heute fester Bestandteil vieler Lebensbereiche – doch was bedeutet das für ältere Menschen? Gemeinsam wollen wir erörtern, wie sich die digitale Gesellschaft auf das Leben im Alter auswirkt. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Zugangs- und Nutzungsmöglichkeiten, Hürden und Chancen sowie den individuellen und gesellschaftlichen Voraussetzungen digitaler Teilhabe. Vorgestellt werden ausgewählte Befunde aus Forschung und Praxis, die zur Diskussion einladen. Die Veranstaltung richtet sich an alle, die sich für Rahmenbedingungen, Perspektiven und Herausforderungen digitaler Teilhabe im Alter interessieren.
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Mittwoch, 14.10.2026 von 19.00 bis 20.00 Uhr
Greift Brüssel durch? Regulierung von sozialen Medien in der EU
Mit dem Digital Services Act setzt die EU neue Regeln für soziale Medien: mehr Verantwortung, mehr Transparenz, strengere Vorgaben für die Plattformen. Aktuell wird vor allem über die Pflichten bei der Entfernung illegaler Inhalte, den Umgang mit Desinformation, die Offenlegung von Empfehlungsalgorithmen und die Einrichtung wirksamer Beschwerdemechanismen diskutiert. Erste Verfahren gegen Unternehmen laufen bereits – ein Hinweis darauf, dass die EU ihre neuen Regeln auch tatsächlich durchsetzt. Allerdings tut sie dies in einem politischen Umfeld, in dem US-Technologiekonzerne und US-Regierung die Moderation von Content als Zensur ansehen. Wir diskutieren mit Expertinnen und Experten darüber, wie effektiv eine Regulierung durch die EU ist.
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Mittwoch, 11.11.2026 von 19.00 bis 20.00 Uhr
KI und Polizeiarbeit: Im Spannungsfeld von Freiheit und Sicherheit
„Kommissar KI ermittelt“ heißt es immer häufiger bei der Polizei. Seine Möglichkeiten sind immens: Neue Analysemethoden können in kürzester Zeit entscheidende Informationen aus umfangreichen Aktenbeständen herausfiltern, mittels Gesichtserkennung und Verhaltensanalyse können „Gefährder“ und vermisste Personen identifiziert werden, KI kann auch Bilddatenmengen aus dem Internet, zum Beispiel in Zusammenhang mit Kinderpornographie, für die Strafverfolgung aufbereiten, Chatverläufe und SocialMedia können durchforstet werden.Viele dieser Möglichkeiten von KI befinden sich in der Testphase und oftmals fehlen gesetzliche Grundlagen. Für ganz verschiedene Anwendungskontexte sind juristische Klärungen zu machen, zum Beispiel mit Blick auf das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung und die Menschenwürde. Es stellt sich in jedem Fall die gesellschaftliche Frage, wie intensiv KI-Instrumente für die Sicherheit eingesetzt werden können, ohne die Freiheitsrechte unverhältnismäßig einzuschränken. Mit dieser Ausgabe der „Demokratie im Gespräch“ wollen wir zu dieser Diskussion einen Beitrag leisten.
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